Neues Gesicht der Skoda E-Flotte

Der Epiq ist nunmehr der Kleinste der E-Familie bei Skoda , mit 4,17 m leicht kürzer als der Elroq. Ein Kleiner, der viel kann und viel bietet, vom Design bis zu Technik und Fahrleistungen. Alles in einem Gesamtpaket von raffinierten Lösungen in 4,17 m Länge, 1,80 m Breite und 1,58 m Höhe, bei einem Gewicht von 1618 kg.
Elektriker mit Vorderradantrieb

Der Epiq zeigt das neue Gesicht der E-Flotte bei Skoda. „Modern solid“ heisst die neue Designsprache, zu erkennen in erster Linie an den T-förmigen Lichteinheiten vorne und hinten. Er basiert auf der Konzern E-Plattform MEB+, wird erstmals für einen E-Skoda über die Vorderräder angetrieben und bietet reichlich Platz für vier Erwachsene, gute Ausstattung in bester Verarbeitung und ansprechende Fahrleistungen bei günstigen Verbrauchswerten. Damit wäre eigentlich alles gesagt, ohne den obligaten Regenschirm in der Seitentür zu vergessen, oder den Techtona-Bezug im Innenraum und in den Türen und sogar am Armaturenbrett, es handelt sich laut Skoda um eine Art Leder-Ersatz. Die vorderen LED Matrix Lichteinheiten können sich vier unterschiedlichen Fahrverhältnissen anpassen, nämlich Fahrt in der Stadt, auf der Landstraße, auf der Autobahn oder bei schlechten Sichtverhältnissen. Dazu hat man den Funktionsaufwand beim Android-basierten Infotainment erweitert, der Bildschirm misst 13 Zoll. Die Details aller Funktionen zu Sicherheit und Fahrkomfort aufzuzählen geht hier zu weit, ein gewisses Erregungspotenzial für leicht reizbare Fahrer ist nicht zu übersehen, aber diese Feststellung trifft immer mehr bei neuen Fahrzeugen zu. Da freut man sich noch, dass wichtige Funktionen wie Heizung, Gebläse und Klimaanlage über Schalter betätigt werden. Zu den Assistenzsystemen gehört alles, was man sich wünscht, wie Front- und Side-Assist sowie Abstandsregler, von denen man sich wünscht, dass sie auch jene Fahrzeuge ausrüsten, die einem jeden Tag ins Heck zu fahren drohen, wenn der Hintermann wieder einmal unter Zeitdruck steht. Es gibt auch einen B-Modus, der erlaubt, im One-pedal-Modus zu fahren, was im Stadtverkehr Bremsmanöver erspart und der Rekuperation dient. Sieben Airbags rüsten den Epiq aus, gut zu haben in der Hoffnung, dass man sie niemals brauchen muss! Gebrauchen tut Skoda recyceltes Polyesterfiber und rüstet damit die Sitzbezüge aus, Besonderheit eines übersichtlichen und ansonsten hochwertigem Interieur. In das Gepäckabteil passen 475 Liter. durch Umklappen der Rücksitzlehne werden es1344 Liter.

Zwei Batterien, drei Antriebsvarianten
Der Epiq erhält drei Antriebsvarianten, mit jeweils 85 kW (115 PS) im Epiq 35 , mit 99 kW (135 PS) im Epiq 40 und 155 kW (211 PS) im Top-Modell Epiq 55. Die Autonomie wird vom Werk mit 310 km angegeben bei Epiq 35 und Epiq 40. Sie fahren mit jeweils einer Batterie von 37 kWh Nettogehalt, was diese beiden Modelle somit eher für den Tagesgebrauch als für Langstrecken empfiehlt. Der Epiq 55 verfügt über eine Batterie von 52 kWh Nettogehalt, die soll eine Reichweite von 440 km ergeben. Er kann mit maximal 105 kW an einer DC-Säule von 10-80% innerhalb von 24 Minuten laden. Epiq 35 und Epiq 40 laufen maximal 150 km/h. Der Epiq 55 ist maximal 160 km/h schnell.
Vernünftig im Verbrauch

Die Testfahrt erfolgte mit dem Epiq 55 auf kurvenreichen Bergstraßen der Tiroler Alpen. Elektriker sind stark am Berg, wo sie mit ihrem Antritt imponieren. Das kostet Energie und obwohl bergab ein Teil des Aufwands durch Bremsen oder Loslassen des Fahrpedals wieder rekuperiert wird, zeigt die Verbrauchsanzeige erwartungsgemäß Werte über dem Durchschnitt, aber wer möchte beim Antritts- und Durchzugsvermögen eines Elektrikers bei Bergauffahrt schon auf diesen Spaß verzichten. Dazu kommt, dass der Epiq sich sehr wendig und dank einer weichen aber präzisen Lenkung handlich und kurvenfreudig zeigte. Im Sport-Modus ging es etwas härter zu, was ihn auch bei munterer Kurvenfahrt gut am Boden und in der Spur hielt. Vorsicht allerdings bei den 211 PS des Epiq 55, der im Sport-Modus sehr temperamentvoll und überraschend dynamisch antritt, wenn man es mit der Dosierung des Fahrpedals nicht zu genau nimmt. Aber den Spaßfaktor wird man sich noch gönnen dürfen.
Auf der Rückfahrt war Autobahn angesagt. Bei Tempo bis 140 hielten sich sogar die Windgeräusche auf erträglichem Niveau. Und das galt auch für den Verbrauch, der sich nach intensiver Fahrt bei knapp unter 14 kWh/100 km einpendelte. Mit einem Nettogehalt von 52 kW sind bei normalem Tempo durchaus über 400 km drin. Zumal es bei uns weniger Berge als in den Tiroler Alpen gibt, dafür aber Baustellen. Haben Sie sich heute schon geärgert? OK, dann wird der Epic helfen, etwas Stress abzubauen. Wenn Sie Zeit und Geduld haben.



